Mei wörldreise

Montag, Dezember 05, 2005

Uluru at dusk

Spaeter war die Sturmwolke direkt ueber'm Berg und es gab Blitze en masse. Leider nicht geschafft, einen abzulichten!

12 Apostel

Hinten: die noch vorhandenen Apostel
Weiter vorne: das Haeufchen, das von einem uebrigblieb, der vor einiger Zeit zusammenbrach. Da waren's nur noch elf...

Sonntag, Dezember 04, 2005

Down Under

Meine lieben,

ich versuche schon seit Tagen, meine Reiseerlebnisse hier im schoenen Australien ordentlich und in logischer Reihenfolge zusammenzufassen - aber diese Hitze macht mich feddich!! Isch kann so net arbeide! Zumindest versuch ich's jetzt - aber bitte beim Lesen dran denken: falls sich etwas wirr anhoert oder zu kurz kommt, werde ich im winterlichen Deutschland mit kuehlem Kopf gerne alles ausfuehrlich erzaehlen :)

Sydney
Von Sydney war ich vom ersten Moment an fasziniert. Mal wieder eine richtige Grosstadt!!
Gleich nachdem ich angekommen war, machte ich mich auf zu einem ziemlich langen Marsch in die Innenstadt und liess mich von der Abendstimmung und dem Lichtermeer berauschen. Es war Samstagabend, weshalb ich ploetzlich von sehr schoenen, aufgestylten Menschen und Partygaengern umgeben war. Trotzdem fuehlte ich mich nicht fehl am Platz (in meinen Wanderschuhen...), da hier ein buntes Gewimmel von allen moeglichen Leuten herrscht und ich ja ausserdem nur "Zuschauer" war! Und wie schon so oft auf meiner Reise bot die Strasse die beste Unterhaltung: waehrend sie an der einen Ecke gerade eine Szene fuer "Superman returns" drehten, traellerte an der anderen eine Opernsaengerin.
Der Hoehepunkt war, als ich den Hafen erreichte mit Blick auf erleuchtete Harbourbridge und Oper - so hatte ich mir das vorgestellt (vielleicht die Oper noch etwas groesser). Schoene Atmosphaere, Musik im Hintergurnd - es fiel mir nicht schwer, Sydney als eine der schoensten Staedte zu erklaeren, die ich bisher gesehen habe.
In den folgenden Tagen machte ich so meine Wege durch die Stadt: Opernbesichtigung, Harbourbridge, Fischauktionshalle, Museen und natuerlich ein paar von Sydneys beruehmten Straenden. Am wohl bekanntesten, Bondi Beach, lief gerade "Sculptures by the Sea", eine wirklich gute Skulpturenausstellung direkt am Meer.
Ich lernte Jana aus Leipzig/Muenchen kennen (jetzt auch bekennende Bloggerin: janaswelt.blogspot.com), mit der ich Straende, Nachtleben und Wohnungsmarkt in Sydney unsicher machte. Nach einem Ausflug in die Blue Mountains (ca. 3 Zugstunden von Sydney entfernt; super Ausflugsziel, wenn man der STadt mal entfliehen will und ein von den "Gasen"der Eukalyptusbaeume blau gefaerbtes Bergpanorama bewundern moechte) machte ich zusammen mit Jana einen richtig entspannten sonntaeglichen Segelausflug auf einem alten Holzsegelboot durch den Hafen Sydneys - da kam Urlaubsstimmung auf! Lecker Wein, Barbeque und super Wetter taten ihr uebriges.

Melbourne
Mit dem Nachtbus fuhr ich nach ca. einer Wochen nach Melbourne, das ich bis dahin eigentlich nur mit Tennis in Verbindung gebracht hatte. Die Stadt hat sportlich und kulturell aber noch viel mehr zu bieten. Leider hatte ich nur zwei Tage Zeit, um das herauszufinden, weil ich schnell ins Outback wollte, bevor's zu heiss wird.
Mein Hostel war in St. Kilda, einem Stadtteil direkt am Strand mit ganz vielen Cafes, Bars und jungen Leuten, sehr gemuetlich.
Das Stadtzentrum ist ein bunter Mix aus alt und neu mit vielen an New York erinnernden Seitengassen und huebschen Einkaufspassagen. Die kamen mir auch ganz gelegen, da ich mich klamottentechnisch erst noch auf Hitze einstellen musste.

Great Ocean Road und Grampians
Zwischen Melbourne und Adelaide liegt die Great Ocean Road, die ich zwar selbst gern mit dem Auto bereist haette, mir aber wegen begrenzter Zeit mit einer Tour angeschaut habe. 'Tour' heisst hier gluecklicherweise nicht steifes rumsitzen mit viertelstuendigen Toilettenstops, sondern war viel lockerer als gedacht, so dass wir relativ viel mitbestimmen konnten.
Die STrasse fuehrt am Meer entlang mit traumhaften Surferstraenden und bizarren Felsformationen. Die Hauptattraktion z.B., die zwoelf Apostel, sind zwoelf riesige Felsen, die direkt am Strand aus dem Wasser ragen. Wenn dann noch wie bei uns die Abendsonne draufscheint und die Wellen an die Felsen klatschen, schaut das schon beeindruckend aus!
Am zweiten Tag ging es dann landeinwaerts in die Grampians, eine Berglandschaft, wo wir dann auch die typischen Bewohner Australiens bestaunen konnten: Koalas, Emus, Kaenguruhs und Wallabies, die oft mit Kaenguruhs verwechselt werden. Koalas haengen im wahrsten Sinne des Wortes den ganzen Tag rum und sind vom Eukalyptus-verdauen so im A..., dass sie an Ort und Stelle einschlafen. Was fuer'n Leben!

Adelaide
Ich hatte es schon laeuten gehoert, dass Adelaide nicht sooo wirklich viel zu bieten hat und tasaechlich ist es zwar ein ganz niedliches Staedtchen mit weiten Strassen, viel gruen, jeder Menge Kirchen und einem super Markt, aber nach ein paar Tagen wirds einem wahrscheinlich langweilig. Ich war nach zwei Tagen im Flieger nach Alice Springs.

Alice Springs und Uluru
In Alice Springs stieg ich aus dem Flugzeug und dachte zuerst, dass aus diesen Flugzeugduesen aber ziemlich heisse Luft blaest - aber nein, das war einfach nur die Mittagsluft! Obwohl es so heiss war, war's aber auszuhalten, weil die Hitze trocken ist.
Mir fiel auf, dass man in Alice viel mehr Aborigines sieht - traurigerweise meist betrunken. Als erstes wurde ich denn auch darauf hingewiesen, abends nicht alleine wegzugehen, weil es regelmaessig zu Zwischenfaellen mit Aborigines kommt.
Am naechsten Tag startete auch schon meine dreitaegige Tour ins Outback, die uns am ersten Tag mit dem Jeep nach Uluru (Ayers Rock) fuehrte. Fantastisch, wie dieser riesige Brocken (der groesste Monolith der Welt) aus der Erde ragt und weit und breit keine einzige andere Erhebung in Sichtweite.Wir hatten die Wahl zwischen den Berg besteigen oder um ihn herumlaufen. Ich entschied mich fuers drum herum (der sogenannte basewalk), da Uluru fuer die Aborigines eine heilige Staette darstellt und sie die Touristen darum bitten, ihn nicht zu besteigen. Unser Fuehrer war in dieser Hinsicht super: er erzaehlte uns ausfuehrlich ueber den Glauben und die Kultur der Aborigines (d.h. der Aborigines, die um Uluru leben. Es gibt hunderte von verschiedenen Communities und alle haben verschiedene Sprachen, Traditionen usw.). Waehrend wir ganz trocken erklaeren, wie der geologische Ursprung aussah, glauben die Aborigines z.B., dass die rote Farbe vom Blut zweier kaempfender Schlangen kommt. Und so, wie unser Guide das rueberbrachte, hab ichs auch fast geglaubt...
Der Basewalk ist 10 km lang, in der NAchmittagssonne ziemlich anstrengend, aber echt gut. Man sieht, wie "zerklueftet" der Berg eigentlich ist, obwohl er von weitem doch so glatt wie ein Babypopo scheint. Ausserdem kann man jahrhundertealte Gesteinsmalereien bewundern.
Abends war natuerlich Pflicht, Uluru bei Sonnenuntergang anzuschauen. Wir standen auf einem Huegel, der zwar etwas weiter weg vom Berg ist, auf dem man aber den hunderten anderen Touristen aus dem Weg geht. Es gab dann ein Unwetter direkt ueber und um den Berg herum, was ihn zwar nicht glutrot, dafuer aber ziemlich mysterioes erscheinen laesst.
Nachts schliefen wir in swags (Schlafsack ueberm Schlafsack) um das Lagerfeuer herum unter freiem Himmel mit Blick auf den Sternenhimmel. Herrlich. Leider war ich so muede, dass ich das gerade mal ca. eine Minute geniessen konnte. Dafuer aber umso intensiver! :)
An den zwei darauffolgenden Tagen machten wir Wanderungen durch die roten Schluchten des Kata Tjuta (oder Olgas) und den Kings Canyon, beide total beeindruckend, aber super heiss und schweisstreibend, so dass ich ca. 5 l Wasser am Tag in mich hineinkippte!
In der zweiten Nacht campten wir "in the middle of nowhere", wo ich die beste Dusche meines Lebens hatte: holzgeheizt unter freiem Sternenhimmel. Wenn's in Deutschland nur nicht immer so kalt waere..!

Darwin
Von Alice aus dueste ich mit dem Flugzeug nach Darwin im hohen Norden (nicht vergessen: je noerdlicher man auf der Suedhalbkugel kommt, desto waermer wird's...), wo tropisches Klima herrscht mit hoher Luftfeuchtigkeit und 36 Grad. Das fuehrte dazu, dass ich von der stadt nicht wirklich viel sah, da man sogar morgens schon ins Schwitzen geraet, wenn man den kleinen Finger kruemmt. Dafuer schaute ich mir den Pool im Hostel sehr genau an ;)
Ich machte aber wieder eine Tour - diesmal 3 Tage in den Kakadu-Nationalpark, der vor Wasserfaellen, Krokodilen und Schlangen nur so wimmelt. Da gerade die Regenzeit anfaengt, sind einige Teile schon unzugaenglich, aber unser Guide fuehrte uns nach schwitznassen Wanderungen an tolle krokodilfreie Wasserloecher (Billabongs sind nicht zu empfehlen, da wurde vor 3 Jahren eine deutsche Touristin gefressen), Wasserfaelle und Gesteinsmalereien. Er fing Schlangen und Leguane und abends gab's Kaenguruhsteaks und Bueffelwurst vom Grill - wie leckaaa! War echt eine sauschoene Tour.

Cairns
Momentan bin ich in Cairns am noerdlichen Ende der Ostkueste. Hier ist das Wetter etwas "besser" als in Darwin, also weniger feucht. Und hier hab ich einfach mal gemacht, was ich schon ganz lange nicht mehr getan hab: gar nix. Na gut, habe gleich nach meiner Ankunft ein nettes Grueppchen von Leuten kennengelernt, mit denen ich mir einen Van gemietet habe und zwei Tage zum Cape Tribulation. Wir hatten alle gerade mehr oder weniger die Nase voll von den organisierten Touren uns waren froh, unabhaengig von allem zu sein. Also nannten wir uns "Anti-Tours" und verbrachten unsere Zeit ganz entspannt am Strand und in Wasserloechern. Im Meer darf man gemeinerweise nicht baden wegen Quallen, Krokodilen, Haien ("gleich drei Dinge auf einmal, das geht nun wirklich nicht...") , weshalb man sich kleine aber feine Wasserloechern mit Fischen und Schildkroeten teilen muss.
Ich geniesse es gerade in vollen Zuegen, einfach mal "sinnlos rumzuhaengen und mir gar nichts anschauen zu muessen. Urlaub!

Freitag, November 04, 2005

Mt. Doom

Der richtige Name faellt mir gerade nicht ein, aber das soll wohl Mt. Doom in Herr der Ringe sein. Leider bin ich nicht der Riesen-Fan um sagen zu koennen, was im oder am Mt. Doom passiert. Werd's rausfinden.Das Foto ist auch beim Tongariro-Crossing entstanden.

Emerald Lakes

Beim Tongariro-Crossing.

Neuseeland die dritte und letzte

Meine Zeit bei Kiwis und Schafen laeuft ab und ein kleines update ueber die letzten zwei Wochen auf der Nordinsel wird faellig. Ich hatte mich ja besonders auf die Vulkanlandschaften gefreut und konnte davon auch so einige bestaunen...

Wellington
Nachdem ich mit der Faehre von der Suedinsel nach Wellington uebergesetzt bin, verbrachte ich nur zwei Tage in der Hauptstadt. Ist eigentlich ein schoenes Staedtchen, aber irgendwie war mir grad nicht danach und ich unterlag mal wieder der Macht des ersten Eindrucks: ein Busfahrer war bloed zu mir und schwuppsdiwupps fuehlte ich mich unwohl. (Was soll das bloss werden, wenn ich wieder in Deutschland bin?! Bei all dem muffeligen Bus- und Bahnpersonal werde ich am Ende wohl heulend in der Ecke sitzen ;) )

Napier
So fuhr ich dann nach Napier, wo ich zum ersten Mal Probleme hatte, spontan ein Zimmer bzw. Bett zu finden, weil an diesem Wochenende Labour Weekend, also Feiertag, war und schon so ziemlich alles ausgebucht war. Beim zweiten erfolglosen Versuch und dem Satz der Hostel-Frau "Das wird aber schwierig" bekam ich schon einen leichten Schweissausbruch, aber dank ihrer Hilfe habe ich dann das anscheinend letzte Bett in der Stadt bekommen.
Napier erscheint auf den ersten Blick irgendwie kuenstlich. Ist es auch, weil es in den dreissiger Jahren durch ein Erdbeben komplett zerstoert und danach im Art-Deco-Stil wiederaufgebaut wurde. Das bedeutet viele Pastellfarben und symmetrische Formen, was ich richtig schoen fand und deshalb am naechsten Tag an einer gefuehrten Tour teilnahm. Echt zu empfehlen, weil einem dort Dinge gezeigt werden, die mir sonst nie aufgefallen waeren.

Taupo
Von Napier aus bin ich dann nach Taupo im Zentrum der Insel - ohne zu ahnen, dass ich noch am gleichen Tag den Fallschirmsprung machen wuerde (s.u.)... So ein Sprung ist doch anstrengender als ich dachte - kaum zu glauben, dass die Jungs in der Hochsaison bis zu 12 Mal am Tag aus dem Flugzeug springen. Hut ab.

Zurueckblickend waren meine letzten zwei Wochen doch ganz gut vollgepackt: am naechsten Tag machte ich mich gleich zum Tongariro-Crossing auf, eine ganztaegige Wanderung durch Vulkanlandschaften, die es zwar ziemlich in sich hat, aber wunderschoen ist.
Die erste Stunde kraxelt man einen Berg hoch, die sogenannte Teufelstreppe - wiedermal so ein Touri-Name, aber wenn man dabei ist, weiss man auch warum. Oben gelangt man in einen fussballfeldgroosen Krater, wo noch Schnee lag und an dampfende, dunkelrote Geysire. Ausserdem hat man einen super Ausblick auf die umliegenden Berge - echt herrlich; trotz des Winds stand ich erstmal wie angewurzelt da. Danach geht es zu den Emerald Lakes, drei kleine, tuerkise Seen, die im dunklen Gestein richtig leuchten. Durch einen weiteren Krater und an einem See vorbei geht es dann langsam wieder bergab.
Der Tag ist also vollgepackt mit Naturschauspielen - der schoenste Walk, den ich bisher gemacht habe.

Vom Wandern konnte ich denn auch nicht genug bekommen: am naechsten Tag noch zu den "Craters of the moon", den Mondkratern, einem Gebiet, wo die Erde richtig aktiv ist. Ueberall brodelt und zischt es und stinkt nach Schwefel oder Ammoniak (der Geruch ist irgendwie besser zu ertrage, wenn man weiss, dass er aus der Erde kommt :)). Ich war zwar noch nie da, aber teilweise kam ich mir wirklich wie auf dem Mond vor. Beeindruckend, auch weil ich die ganze Zeit das Gefuehl hatte, gleich knallt's.

Rotorua
Die naechste Station war Rotorua, wo mir der Schwefelgeruch schon in die Nase stieg, als ich aus dem Bus ausstieg. Tatsaechlich sieht man in der Stadt in ganz normalen Vorgaerten den heissen Wasserdampf aus der Erde schiessen. Zusammen mit Adina, einer Deutschen aus meinem hostel (hier gibt's soooo viele Deutsche, viel mehr als auf der Suedinsel. Schon fast peinlich. Gestern fragte mich ein Franzose, ob denn in Deutschland noch Menschen sind, weil doch alle hier sein sind...) machte ich eine Bustour zu einer - naaaa - richtig, Vulkanlandschaft, hab den Hals nicht vollgekricht.
Da man sich transportieren laesst, hat man leider keinen Einfluss, wo man hinfaehrt und so schauten wir uns zuerst einen ganz schoenen Sch... an: einen Geysir, in den Seife (!!!) geschuettet wird, damit er ausbricht und seine Wasserdampf-Fontaene freigibt. Die Leute sitzen auf Tribuenen drum herum und jemand "drueckt den Knopf", total witzlos. Das lustige bei uns war, das es anfangs nicht funktioniert hat und der Vorfuehrer ganz nervoes wurde. Ich glaube, wir waren die einzigen, die sich gefreut haben. Hat dann spaeter aber doch noch geklappt...
Der Tag war wirklich schoen, da ich mal wieder kunterbunte, stinkende Geysire und Krater bestaunen durfte. Da bekommt man schon Respekt davor, was dort unter der Oberflaeche noch so steckt!

Von Rotorua aus machte ich noch einen Ausflug ins Hobbit-Dorf auf einer Schaffarm, weil ich doch so gerne die einzige erhaltene Herr-der-Ringe-Kulisse sehen wollte. Anfangs war ich etwas skeptisch, aber die Tour war wirklich gut. Man bekommt viele Hintergrundinfos und einen Eindruck, wieviel Geld, Arbeit und Liebe zum Detail in diesem Film stecken. Ausserdem war ich in Bilbos und Frodos Hobbithaus (voller Schafkoettel) und am Partybaum! Freu mich schon, den Film wieder zu sehen und ein paar Sachen wiederzuerkennen.

White Island
Noch am gleichen Tag ging's nach Whakatane an der Kueste, von wo aus ich mit Emma aus England eine Bootstour zur "White Island", einem aktiven Vulkan im Meer, machte. War spannend, weil man bis zum Kratersee geht und man nie sicher weiss, dass es keine Eruption gibt. Aber keine Sorge, wir hatten Helme auf ;) Das war dann auch der ultimative Abschluss meines persoenlichen Vulkantourismus: alles wie beschrieben, nur groesser und intensiver. Am Anfang hat's geregnet, was das ganze noch mysterioeser machte.

Nun bin ich wieder in Auckland angelangt, wo ich ein paar Tage lang alles sacken lassen musste und ueberhaupt nochmal meinen Neuseeland-Aufenthalt Revue passieren lassen konnte. War wirklich wunderbar hier, adieu du schoenes Land, aber ich muss weiterziehn... wuerde aber sehr gern wiederkommen, wie schon zuvor nach Argentinien und Bolivien auch - wie schaff ich das nur alles?!

Auf bald aus down under!

Mittwoch, Oktober 26, 2005

Arme rein, Beine raus


Koennte man glatt als Schulungsfoto verwenden: vorbildlich strecke man in Vorbereitung zur Landung die Beine aus und hole die Arme ein.
Auch wenn der beste Zoom hier nichts nuetzt: ich bin's wirklich (vorne)!

Hmmmmm...

Vor dem Sprung: Soll'n wa oda soll'n wa nich...?
(mit Alex, meinem Tandem-Partner)

Spring into spring

Liebe Freunde der frischen Luft,

ich habe es tatsaechlich gewagt: habe den Absprung geschaft und in Taupo einen Tandem-Fallschirmsprung hingelegt!

Schon komisch, was Leute dazu bewegt, aus dem Flugzeug zu springen. Eigentlich weiss ich's bis jetzt noch nicht, aber es macht auf jeden Fall Spaaaaaass! An allen anderen "adrenaline-pumping" Sachen wie Bungy-Jumping usw konnte ich ohne mit der Wimper zu zucken vorbei, aber skydiven hatte mich schon immer gereizt...Und da es hier jetzt wirklich Fruehling wird, war auch das Wetter 1a und ich habe mich relativ spontan dazu entschlossen.

Der freie Fall war viel lauter und windiger als ich dachte und meine Wangen haben ganz gut geschlackert. Das Gleiten danach fand ich am besten; bin aus dem Grinsen nicht mehr rausgekommen, wie man auch schoen auf der DVD sehen kann - Vorfuehrung ist faellig, wenn ich wieder in der Heimat bin. Fantastischer Blick auf See und Berge.

Hier gleich zwei Fotos, da ich die gleich mitbekommen habe - das beste ist und bleibt aber der Film...

Sonnige Gruesse aus dem schoenen Taupo,
Anja

Freitag, Oktober 21, 2005

Maori


Maori
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Unser Kajak-Guide Eric fuehrt den Kampftanz der Maoris, der Ureinwohner Neuseelands, vor. Die Zunge rauszustrecken war ein Mittel, um den Gegner einzuschuechtern.
Ein kleiner Entertainer, der Eric, aber sehr anschaulich dargestellt...

Kaikoura 2


Kaikoura 2
Originally uploaded by Anjaontour.
Was ich nicht wusste: Schafe sind richtig robuste Tiere, die sogar auf dem Hang zum Wasser runter grasten. (Hier leider nicht zu sehen, da ich mich noch nicht mal traute, ueber den Rand zu schauen. Schaf muesste man sein!)

Mittwoch, Oktober 19, 2005

Neuseeland II

Oha,
nach gut einem Monat schaendlichen Nicht-Aktualisierens ist wohl mal wieder ein kleines Update faellig...

Kurz vorab: Fotos kann ich leider erst morgen in Wellington hochladen...

Der unten beschriebene Plan wurde so durchgefuehrt: Ich traf Annika in Kaikoura im Nordosten der Suedinsel. Der Ort ist dafuer bekannt, dass man dort gut Delphine und Wale beobachten kann - dass die Landschaft noch dazu hammermaessig ist (schneebedeckte Berge direkt am Ozean) war mir vorher gar nicht bewusst...
Wir hatten richtig Glueck mit dem Wetter: an den zwei Tagen, die wir dort verbrachten, gab's herrlichsten Sonnenschein - vorher und nachher Regen und sogar Schnee!
Wale gucken und Delphinschwimmen waren denn auch ein voller Erfolg, wobei das ja auch immer Glueckssache ist, weil es sich um freilebende Tiere handelt, die nicht angelockt werden. Wenn sie da sind, sind sie da - wenn nicht, muss man's halt am naechsten Tag nochmal versuchen.
Wir sahen ca. 10 Pottwale. Richtig majestaetisch, wie sie da im Wasser liegen, ihre Fontaenen loslassen und dann abtauchen - natuerlich nicht, ohne vorher ihre riesigen Schwanzflossen gezeigt zu haben.
Delphinschwimmen war noch spannender, weil man mittendrin ist: Unser Boot konnte einen Schwarm von ca. 400 Tieren orten. Allein schon beim Beobachten bekam ich eine Gaensehaut, weil mich so ein Gefuehl von Freiheit ueberkam, als die Delphine teilweise Saltos schlagend auf uns zukamen. Samt Schnorchelausruestung geht's dann ab ins Wasser und als ich mit ihnen in eine Richtung schwamm und sie so nah kamen, dass sie mich fast beruehrt haetten, hatte ich das Gefuehl, ich waer einer von ihnen. Wirklich ein unvergessliches Erlebnis.
Ueber Hanmer Springs, wo wir den Tag in den Schwefelquellen liegend verbrachten, trampten wir nach Christchurch und kamen auf dem Weg dorthin in einen Schneesturm, der auch die Stadt ziemlich unerwartet einen Tag lang lahm legte.
Von dort ging es nochmal runter in den Sueden, den ich schon bereist hatte. Diesmal verbrachten wir aber mehr Zeit in den Catlins, einem wunderschoenen, huegeligen und noch relativ "untouristischen" Gebiet an der Suedkueste. Ein paar entspannte Tage mit Seeloewen direkt hinterm Hostel (von denen wir zum Glueck erst spaeter erfuhren, dass sie anstaendig zubeissen koennen), ganz vielen Schafen und einem Professor aus Oxford, der uns einen Tag lang in seinem Auto mitnahm und mit dem wir viele Spaziergaenge machten. Er interessierte sich besonders fuer die Gesteinsarten, Fossilien usw., was ich sehr spannend fand, denn so sah man alles mal aus einer anderen Perspektive und bekam obendrein vieles erklaert.
Ueberhaupt ist das Trampen wieder so verlaufen, wie ich's mir erhofft hatte: auf diese Weise lernten wir viele unterschiedliche Leute kennen - Einheimische und Touristen, Farmer, Weinanbauer, Lebenskuenstler, besagten Professor...- mit denen man sich bestens unterhalten kann und die alle verschiedene Lebenseinstellungen haben.
Unser urspruengliches Ziel, Stewart Island (einem 40x65 km "grossen" Inselchen ganz im Sueden) erreichten wir dann im Flugzeug(chen), das auf dem Weg ziemlich durchgeschuettelt wurde. Ein Einheimischer meinte aber, dass es erst extrem wird, wenn man sich beim Gewackel den Kopf stoesst, was mich unheimlich auf den Rueckflug freuen liess...
Auf der Insel machten wir eine dreitaegige Wanderung (hier trampen oder hiking genannt); die Naechte verbringt man in am Strand gelegenen Huetten ohne STrom, aber mit Plumpsklo.
Schon abenteuerlich; man sieht alle moeglichen Arten von Voegeln (leider keine Kiwis, dafuer aber Kakas, seltene Papageien) undleider auch die allgegenwaertigen Sandflies (Sandfliegen), die harmlos aussehen wie Eintagsfliegen aber Bisse fabrizieren, die eine Woche spaeter immernoch jucken. (im Moment habe ich einen Stich zwischen zwei Zehen!) Eine Spezialitaet von diesen Bistern ist es, in die kleinsten Ritzen zu klettern, die der menschliche Koerper so zu bieten hat und - zuzubeissen. Ein Highlight der Wanderung der Wanderung war denn auch eine warme Mahlzeit, ein Bier und ein Sandfly-loses Bett danach!
Nach diesem echt schoenen Abstecher und einem ruhigen Rueckflug sind wir dann an der Westkueste entlang wieder hochgetrampt (hier trampen im Sinne von Daumen raushalten, etwas verwirrend...), mit Zwischenstopps an den Fjorden (Milford Sound) und den Gletschern, die ich zwar beide schon gesehen hatte, mir aber immer wieder gerne anschaue...
Eine Nacht verbrachten wir in Hokitika, dem Zentrum der Jadeverarbeitung Neuseelands und bei den Pancake-Rocks (Pfannkuchen-Felsen, weil sie aussehen wie gestapelte Pfannkuchen) mit Blick auf den Ozean.
Von dort aus ging's direkt nach Nelson, meiner erklaerten Lieblingsstadt bis jetzt, weil sie einen schoenen Hafen hat (erinnert an Hamburg), total gruen ist, die meisten Sonnenstunden des Landes hat und das geografische Zentrum Neuseelands ist - sehr wichtig! :)
Von dort aus bin ich nochmal zu einer viertaegigen Wanderung gestartet, dem Heaphy-Track. Am ersten Tag ging's bergauf, es hat geregnet und ich versuchte mich zu erinnern, warum ich freiwillig dort war - am zweiten Tag wusste ich's dann aber wieder: herrlicher Sonnenschein, wunderschoene Landschaft und niemand zu sehen weit und breit. Nach 27 km Wandern an dem Tag und einem doppelt so grossen "kleinen" Zeh wusste ich denn auch, was ich geschafft hatte.
Die zwei letzten beiden Tage waren landschaftlich super, aber ich merkte, wie mein Energielevel immer weiter sank - zumal mein duenner Schlafsack zwar schoen leicht ist, aber auf knapp 1000m Hoehe nicht wirklich warm haelt... (uebrigens danke nochmal Maedlsfuer all die nuetzlichen Utensilien wie Gewuerz-Schluesselanhaenger, Klobrillen-Aufleger und antibakterielles Handwaschgel kamen zum vollen einsatz ;) )
Am letzten Tag ging's dann immer an der Kueste entlang zurueck in die Zivilisation - wo wiedermal ein Bierchen und ein schoenes, heisses, fettiges Essen zusammen mit ein paar Leuten, die ich in der letzten Huette kennengelernt hatte, einen absoluten Hoehepunkt darstellten!
Nach einem Tag Kajak fahren im Meer bin ich nun in Picton angelangt, dem laut Prospekt "tor zum Norden", weil von hier die Faehre nach Wellington und damit zur Nordinsel - womit ich mich morgen vom schoenen Sueden verabschieden muss.
Dann habe ich nur noch gut zwei Wochen in Neuseeland, da am 5.11. mein Flug nach Sydney geht. Traurig, aber bei all dem schoenen hier freue ich mich doch schon auf das, was kommt und natuerlich, euch alle bald wiederzusehn!!!!!
Anja

Dienstag, September 13, 2005

Berge und unscharfe Schafe


Berge und unscharfe Schafe
Originally uploaded by Anjaontour.
Wenn auch nur als Punkte am Horizont: da sindse, das dritte Wahrzeichen Neuseelands, neben den Kiwis (Fruechte und Tiere). Vor lauter Suchen bitte auch die Berge beachten!

Auf dem Gletscher


Auf dem Gletscher
Originally uploaded by Anjaontour.
Unser Guide in Action: der macht den Weg frei...

Tiefster Sueden


Tiefster Sueden
Originally uploaded by Anjaontour.
Ich war da! (Zugegeben: In Wirklichkeit gibt es noch einen Landzipfel, der noch einen Tick suedlicher ist. Aber sein wir mal nicht paepstlicher als der Papst. Ausserdem handelt es sich nur um ein paar Meter, ehrlich!)

Im Land der Kiwis I

Neuseeland ist schoeoeoen!!!

Soviel schon mal vorweg - damit habe ich das Resumee zwar schon verraten, aber anders ist dieses Land hier einfach nicht zu beschreiben.

Nach meinem "kleinen" Ausflug nach Fiji bin ich also direkt auf die Suedinsel gefahren (Neuseeland besteht hauptsaechlich aus Nord- und Suedinsel), weil dort wie geschrieben ein Auto und Lisa auf mich warteten. Zuerst traf ich das Auto.
Die Plaene hatten sich ein wenig geaendert und ich musste die ersten 150 km von Picton nach Nelson allein fahren, um dort Lisa abzuholen. Da hier in Neuseeland Linksverkehr herrscht, anfangs eine ziemliche Herausforderung, aber was macht man wenn man nicht allein im Auto bleiben will?- Man nimmt Anhalter mit. Die standen dann auch direkt am Ortsausgang: zwei Maedls aus Neuseeland, die mich immer daran erinnerten, links zu bleiben und es auch immernoch lustig fanden, als ich Blinker mit Scheibenwischer verwechselte - 's is ja andersrum!
Ich hatte mich schneller als ich dachte dran gewoehnt (bis auf eine unliebsame Begegnung mit der Bordsteinkante, denn man beachte, dass man auch auf Parkplaetze links rauffaehrt...na gut, wir haben auch grade geschnabbelt und so der Dame einen ziemlichen Schrecken eingejagt, als ich unbedingt rechts an ihr vorbei wollte...) und wir fuhren noch am gleichen Tag an die Westkueste.
Die folgende Strecke an der Kueste entlang ist wirklich der Hammer- rechts die Brandung, links weite Felder, Huegel und natuerlich Schafe, Schafe, Schafe. Bin wirklich froh, dass wir mit unserem eigenen Auto unterwegs waren, denn so konnten wir ueberall anhalten und die Landschaft geniessen und natuerlich Fots machen. Ausserdem ist Neuseeland touristisch echt perfekt erschlossen; es gibt ueberall Wanderwege oder Wege zu Aussichtspunkten oder Wasserfaellen. Das wurde nach einer Zeit im Auto zum festen Ritual: raus aus dem Auto, hin zur Sehenswuerdigkeit, beurteilen, Fotos machen (oder nach einer Weile auch nicht mehr, weil man ja schon zwanzig Wasserfall-Fotos hat), zurueck zum Auto, weiter.
So kamen wir dann zum Franz Josef Gletscher, einer der Hauptattraktionen der Suedinsel, da man auf den Gletscher in gefuehrten Touren auch raufkann. Da liess ich mich natuerlich nich lumpen und machte eine Tagestour. Man bekommt Schuhe und Spikes, eine Eisaxt (mehr zur Zierde) und los geht's. Leider waren mir die Schuhe etwas zu klein, so dass ich an beiden Fuessen dicke Blasen hatte, bevor ich das Eis unter meinen Sohlen hatte. Aber ich wurde liebenswuerdig verarztet und die folgende Aufregung lenkte mich von meinen Hacken ab... Unser Trip ueber, oder besser durch, das Eis war echt fantastisch, man ist tatsaechlich mittendrin und muss durch schmale Eisspalten klettern, ueber bis zu 100m tiefe Loecher springen (huuaaah!) und teilweise echt schwindelerregende Waende hinunterklettern. Es gibt keinen festen Weg, so dass der Guide oft mit seiner Axt Stufen ins Eis hauen muss. Und durch Gruppen'zwang' springt man dann nach dem ersten, fest entschlossenen "Nee, das mach ich nicht." doch irgendwann... Der Preis waren drei Tage Muskelkater, aber es lohnt sich ohne Zweifel.
Die naechste Station war Wanaka, ein bekanntes Skigebiet fuer die Kiwis (wie sich die Neuseelaender selbst bezeichnen) und natuerlich Touristen. Die Strecke war fuer mich die schoenste bis jetzt: man faehrt an zahlreichen Seen vorbei, im Hintergrund das Bergpanorama. Dazu noch Sonnenschein und man kricht'n Mund nich zu...:) Schwer zu beschreiben, Bilder koennen das besser!
Nach zwei Tagen in Queenstown (einer sehr schoenen und beliebten Stadt bei Backpackern, durch die Naehe zu den Bergen) sind wir weiter nach Te Anau, von wo aus man zum beruehmten Milford Sound (ein Fjord) gelangt. Ich haette ja voll gern den Milford Sound Track gemacht, eine 4-taegige Wandertour um den Fjord, aber leider ist der im Winter gesperrt und wird erst Ende Oktober wieder geoeffnet. Also erkundeten wir den Fjord auf dem Boot. Anfangs hingen noch Wolken ueber den Bergen, was das ganze ziemlich mysterioes macht, weil neben einem die Berge steil aus dem Wasser ragen und man nicht bis zum Gipfel sehen kann. Eine echt schoene Tour.
Danach sind wir zum Suedzipfel der Insel und nach Dunedin, wo auf der Halbinsel Otago Seeloewen einfach so am Strand liegen und relaxen. Fand ich total faszinierend; da sie keine Angst vor Menschen haben, kann man auch ganz dicht an diese riesigen, knuddligen Viecher ran.
In Oamaru, unserer naechsten Station, gibt es Pinguine zu sehen, denen zuliebe wir sogar um fuenf Uhr morgens aufgestanden sind. Nachdem wir ein paar schwarzweisse Punkte am Horizont ins Wasser huepfen sahen, wollten wir gerade einigermassen enttaeuscht wieder abdampfen, als direkt vor uns ein gelbaeugiger Pinguin (der seltenste der Welt) auftaucht und voll die Show abzieht - so dass wir uns doch fragen mussten, ob immer einer von denen abkommandiert wird, um die mueden Touristen zu belohnen...War niedlich, leider haben wir ihn nicht laufen sehen, das ist ja immer das schoenste an Pinguinen!!
Zur Belohnung fuer um-fuenf-uhr-aufstehen (sorry an alle arbeitenden Freunde und Familie, die das fast jeden tag machen muessen :-) ) haben wir uns erstmal drei Tage am Mt. Cook gegoennt, dem hoechsten Berg Neuseelands. Die Landschaft war herrlich, teilweise ganz schoen Herr-der-Ringe-maessig. Wir sind viel gewandert und ich hab die gute Videosammlung des Hostels genutzt (hab endlich mal Harry und Sally gesehen!) Das einzige negative Erlebnis -!zarte Seelen weggehoert!- war, dass die Asiatin ueber mir im Doppelstockbett sich die ganze Nacht gekratzt hat, so dass das ganze Bett wackelte und ich am naechsten Morgen entdeckte, dass ihre Hautschuppen wie Schnee auf mich herabgerieselt waren...hab die Kratzgeraeusche jetzt noch im Ohr...sorry, aber das beschaeftigt mich immernoch ...schoen ist das Backpackerleben!
Nun bin ich also wieder allein in einem schoenen Hostel in Christchurch, der wie ich finde bisher schoensten Stadt in Neuseeland. Und mit jedem Tag gefaellt sie mir besser. Am Donnerstag gehts aber weiter nach Kaikoura, wo ich versuchen werde, Wale zu sehen und mit Delphinen zu schwimmen. Drueckt die Daumen!
Der Plan ist, mit Annika, die ich in Westport kennengelernt habe, nochmal gen Sueden zu trampen und ein paar Tage auf Stewart Island zu verbringen. Mal schauen, was das wieder so bringt!
Ich halte euch auf dem Laufenden.
Viele Gruesse from nice New Zealand,
Anja

Sonntag, September 04, 2005

Mal was andres

Das hier ist zwar ein Reisetagebuch, aber da ich in letzter Zeit mit meinen Gedanken eh nur zu Hause bin, hier mal was anderes zur Abwechslung:
MEIN BRUDERHERZ HAT GEHEIRATET!!!!
Jetzt heissen alle Himmelreicher Tiedge!
1000 Kuesse an Betty, Sven, Laura und Nils

Donnerstag, August 25, 2005

Hiking


Hiking
Originally uploaded by Anjaontour.
Mein absolutes Lieblingsbild. Auf der Insel Nacula habe ich mit einer Irin und einem Englaender im Schweisse unseres Angesichts die Huegel erklommen, was sich mehr als gelohnt hat wie man hier sieht.
(Hier im Internetcafe laeuft gerade "I am sailing" von Rod Stewart- das perfekte Lied zu diesem Bild!)

Die Berglandschaft von Fiji


Die Berglandschaft von Fiji
Originally uploaded by Anjaontour.
Die Rugby-Mannschaft von Fiji soll ja recht erfolgreich sein. Habe ich hier etwa einen Spieler beim Mittagsschlaefchen erwischt?!

Mittwoch, August 24, 2005

Fiji-time

Bula und Hallo,
wider Erwarten war ich tatsaechlich 10 Tage auf den Fiji-Inseln!
Zuvor gab es einige Schwierigkeiten mit meinem Flugticket und ich hatte es in Gedanken schon fast abgeschrieben, aber wie so oft bei Reise- bzw. Fluggesellschaften lohnt es sich doch wirklich, hartnaeckig zu bleiben.
Drei Flugstunden von Auckland entfernt kam ich abends in Nadi (gesprochen Nandi) auf der Hauptinsel Viti Levu an. Herrlich, wenn man als erstes gleich mal seine Jacke und den Pulli ausziehen kann. Gleich am Flughafen und bei der Zimmersuche herrschte "Fiji-time" - ein Begriff, der von den Einheimischen benutzt wird, wenn's mal wieder etwas langsamer geht - oder sie einfach im Moment keine Lust haben. "Heeey, relaaax, it's Fiji-time!" nervt zwar, wenn man schwitzend mit Sack und Pack am Schalter oder der Rezeption wartet, hilft aber nach einiger Zeit tatsaechlich, vom ewigen schnell, schnell, schnell runterzukommen.
Auch gewoehnt man sich schnell an das Wort "Bula", weil man ueberall so begruesst wird und Hotels, Feste und Getraenke danach benannt sind - wohl weil es das einzige Wort der Fiji-Sprache ist, das man als Tourist aussprechen kann. Englisch ist aber die zweite Amtssprache und Kinder lernen es ab 6 Jahren in der Schule, weshalb es kein Problem ist, sich zu verstaendigen.
Am naechsten Morgen wollte ich dann mit der Faehre auf die kleinen Inseln und dann immer spontan entscheiden, wohin's als naechstes geht - habe mich dann etwas besabbeln lassen und buchte alle meine Unterkuenfte im Voraus. Das stellte sich im Nachhinein auch als ok heraus, weil es weniger Stress vor Ort bedeutet (das Argument der Dame vom Reisebuero war dann auch - wie sollte es anders sein - Fiji-time!) und man nie weiss, ob das Boot oder ein Resort Platz hat.
Die erste Insel, die ich anfuhr, ist 4 Stunden mit dem Katamaran von Nadi entfernt. Schon die Fahrt ist ziemlich beeindruckend, weil man an winzigen Inselchen oder groesseren, bergigen und gruenen Inseln mit weissen Sandstraenden vorbeikommt. Mein Ziel war Nacula, eine ziemlich grosse Insel mit vier Doerfern und ein paar Resorts. Naja - und natuerlich weissen Traumstraenden, Palmen, Korallenriffen...
Fuer mich ueberraschend war, dass die Resorts total auf Backpacker eingerichtet sind (die ja auch alle von Neuseeland rueberkommen) mit relativ billigen Betten in Strohhuetten ein paar Meter vom Strand entfernt. So habe ich dann auch viele nette Leute in meinem Alter kennen gelernt, mit denen ich die Tage und Abende entspannt verbrachte. Wir waren z.B. schnorcheln, wobei ich mir ganz schoen den Ruecken verbrannt habe, was aber fantastisch war. Wie im Aquarium. Oder wandern (siehe Foto), wobei wir von ein paar Voegeln angegriffen wurden - dachten wir zumindest zunaechst. Nach einiger Zeit wurde uns klar, dass sie nur auf die Heuschrecken aus waren, die wir aus dem Gras aufscheuchten.
Und da geht mir auch schon der Stoff aus, denn den Rest der Zeit verbrachte ich lesend, Sonne tankend, im Meer schwimmend, erzaehlend, essend, trinkend oder einfach nur entspannend am Strand. Herrlich.
Da es keine Laeden auf den Inseln gibt und Kokosnuesse zwar gut schmecken, aber nach einiger Zeit bestimmt langweilig werden, sind drei Mahlzeiten inklusive. Auf Nacula waren die ganz schoen klein, so dass sich alle jedesmal schon eine halbe Stunde zu frueh am Tisch einfanden... Ausserdem hat man ja so viel Zeit, um sich zu ueberlegen, was es wohl zu Mittag gibt und obs wohl genug sein wird, dass der Hunger doppelt so gross ist :)
Abends sind wir relativ frueh ins Bett, weil meist das Bier ausging, der Strom um zehn abgestellt wird und man natuerlich zum Fruehstueck so frueh wie moeglich auf der Matte stehen will...!
Ein paarmal tranken wir Kava, das traditionelle Getraenk der Fijianer, das wie Abwaschwasser aussieht und auch so aehnlich schmeckt. Es wird aus der Wurzel der Kava-Pflanze gewonnen und hat nach der ersten Schale eine betaeubende Wirkung auf die Zunge, nach der zweiten auf den Rachen. Mehr bekam ich nicht rein. Die Kava-Zeremonie ist sehr traditionell; alle trinken aus einer Schale, es gibt einen Chief in der Runde (meist der, der Kava besorgt oder bezahlt hat), der bestimmt, wieviel jeder bekommt usw. Die Einheimischen und einige Hartgesottene von uns tranken ca. 20 Runden, wonach sie unglaublich muede waren und ihnen das Sprechen schwerfiel. War lustig anzuschauen...!

Um ein Dorf besuchen zu koennen, muss man zunaechst den Chief des Dorfes besuchen und ihm ein Geschenk ueberreichen (in unserem Falle fuenf Fiji-Dollar...). Der Chief wohnt im groessten und schoensten Haus des Dorfes und hat dort den einzigen Fernseher. Wenn er den Raum betritt, darf man ihn nicht direkt anschauen. Dann muss man sich persoenlich bei ihm vorstellen und kann ihm ein paar Fragen stellen. Alles in allem also schon interessant, aber das Gefuehl, dass das ganze eine ziemliche Touri-Veranstaltung war, wurde ich doch nicht los.
Nach fuenf Tagen bin ich auf die naechste winzige Insel, Manuka, wo wir nur zu acht waren und einen Regentag hatten, den wir Karten spielend auf der Veranda verbrachten. War irgendwie gemuetlich.
Zuletzt ging's dann nochmal fuer zwei Naechte auf eine relativ grosse Insel (Waya).
Auf dem Rueckweg zur Hauptinsel traf ich dann auf dem Boot nochmal ganz viele Leute, die ich auf den Inseln kennengelernt hatte und ich liess meinen "Urlaub im Urlaub" mit Ihnen entspannt bei ein paar Bierchen ausklingen.
Jaja, und so beginnt jetzt also wieder das Alltags-Backpackerleben ;) Bin wieder in Auckland, wo das Wetter wechselhaft ist. Heute abend nehme ich den Nachtbus nach Wellington, da ich mich mit Lisa treffe, einer Oesterreicherin, die ich vor meinem Fiji-Urlaub hier kennengelernt habe (hatte einen Tag Aufenthalt in Auckland) und mit der ich zwei Wochen lang die Suedinsel im Mietwagen erkunden werde. Freu mich schon, auch wenn das Wetter wohl empfindlich kaelter sein wird als in Fiji!
Bericht folgt dann mal wieder auf dem Fusse!
Liebe Gruesse,
Anja

Mittwoch, August 10, 2005

Piranha


Piranha
Originally uploaded by Anjaontour.
Bevor wir am naechsten Tag ins Wasser sprangen, wurden wir noch schnell gewarnt, dass Maedls, die ihre Tage haben, wegen der Piranhas lieber nicht baden gehen sollten. Aua!

La Paz von oben


La Paz von oben
Originally uploaded by Anjaontour.
Dieses Bild entstand in El Alto.
Vorher hatte ich mich immer beschwert, dass die Stadt auf Postkarten so unwirklich aussieht, wie gemalt...

La Paz, Dschungel, Titikakasee und Santiago

Hallo ihr lieben,
nachdem ich in der letzten Zeit ziemlich viel unterwegs war, bin ich vor ein paar Tagen in Santiago de Chile angekommen, wo ich trotz des Smogs dann auch mal wieder Luft holen konnte.

In La Paz hatte ich noch eine wirklich schoene Zeit. Zunaechst habe ich mich mit den Belgierinnen und spaeter auch mit den Spanierinnen, die ich in Uyuni kennengelernt hatte, getroffen. Wir haben ein paar Naechte hintereinander bis in die Morgenstunden gefeiert und ordentlich getanzt. In der Stadt gibt es ein paar wirklich gute Bars und Clubs, aber ueberall laeuft's spaetestens ab 4 Uhr morgens auf Salsa tanzen hinaus...Wir haben ein paar nette Australier getroffen, zwei Spassbolde, mit denen es sehr lustig war, loszuziehen. Da ich in einem billigen, aber schlechten Hostel gelandet war, war ich ganz froh, nur zum Schlafen dorthin gehen zu muessen.
Ich wusste laenger nicht, wie meine Route weiter aussehen sollte, bis ich einen Deutschen traf, der gerade aus dem Dschungel wiederkam und mir in hoechsten Toenen davon vorschwaermte. Gleich am naechsten Tag bin ich also ins Reisbuero und buchte 5 Tage Dschungel, d.h. 3 Tage Pampas (sozusagen das Vorgebiet des Dschungels, wo man die meisten Tiere beobachten kann) und 1 Tag Dschungel.

Zwei Tage spaeter sass ich auch schon in einem Propellerflugzeug (19 Sitze) auf dem Weg nach Rurrenabaque, einem Ort am Rande des Dschungels. Ich bin nicht gerade ein Freund vom Fliegen, weshalb ich auch ein wenig Bammel hatte, aber der Flug war wunderschoen, weil man zuerst ueber die Schneekuppen aus La Paz raus- und dann ueber dem Dschungel nach Rurre reinfliegt. Ein herrlicher Anblick.
Am naechsten Tag wurden wir zunaechst im Jeep (aus dem wir alle grau ausstiegen und in dem wir mindestens ein Lebensjahr eingebuesst haben, weil wir Unmengen an Staub schluckten) und dann weiter per Boot in die Pampas. Schon bevor wir ins Boot stiegen, konnten wir ein paar Flussdelphine beobachten, die mit einem badenden Mann spielten. Das Schwimmen mit den Delphinen stand bei uns auch auf dem Programm - Vorfreude schoenste Freude...!
Vom Boot aus konnten wir dann Unmengen an Tieren sehen: Krokodile, Affen, Schildkroeten, alle moeglichen Arten von Voegeln und ein schweinsgrosses, niedliches Tier, dessen Namen ich leider vergessen habe, das es aber auch nur im Dschungel zu sehen gibt. Werde aber ein Foto beifuegen.
Wir uebernachteten in einer schoenen Lodge und bekamen saulecker Essen, abends gabs Lagerfeuer mit Gitarrenmusik. Leider wusste ich mein Moskitonetz nicht richtig zu handhaben - aber so konnte ich endlich mal eins meiner vielen Medikamente - das Kuehlgel anwenden. Hatte also auch was gutes...
Am naechsten Tag gingen wir die Anakonda suchen, huuuh... Wir bekamen alle Gummistiefel, die wir uns aber auch sparen konnten. Nachdem man den ersten Kilometer eher schlecht als recht durch das Sumpfgebiet stakst, weil man Wasser im Stiefel vermeiden will, ist einem irgendwann alles egal und man passt nur noch auf, dass man nicht irgendwo stecken- oder haengenbleibt. Nach zwei Stunden fand dann einer der Guides eine Anakonda, so nach dem Motto "ach mensch, hier is ja eine!", was ich etwas beunruhigend fand. Sie haette ja auch uns finden koennen...Es war ein eher kleines Exemplar (ca. 2m) - ich kann nicht behaupten, dass ich nicht ein bisschen enttaeuscht war, weil ich mir so ein Riesenviech vorgestellt habe. Zu viel Filme geguckt - aber es wurde angeblich schon eine 9m lange in dem Gebiet gefunden.
Spaeter sind wir dann zum Piranha fischen, d.h. man hat nur ein Stueck Fleisch an einem Bindfaden und merkt tatsaechlich, wie die kleinen Biester daran rumknabbern. Sie waren aber zu clever fuer mich, als dass ich sie haette aufs Boot holen koennen - dafuer hat unser Guide fuenf Stueck gefangen, der alte Angeber.
Am naechsten Tag verspeisten wir die Piranhas dann auch; sehen komisch aus auf dem Teller mit ihren "gefletschten" Zaehnen, aber schmecken ganz gut.
Dann gings zum Schwimmen mit den Delphinen - die allerdings fluechteten, als ca. 20 Personen Arschbomben ins Wasser machten. Verstaendlich.
Ich zoegerte erst, weil wir ca. 15 Minuten mit dem Boot flussabwaerts Krokodile gesehen hatten und unser Guide noch Piranhabisse vom letzten Schwimmengehen hatte, aber da ich 3 Tage lang nicht geduscht hatte, schwamm ich ein, zwei Runden und schnell wieder ab aufs Boot.
Am naechsten Tag fuhren wir wieder nach Rurre, von wo aus ich noch die Ein-Tages-Dschungeltour machte. Dort gings dann eher um Pflanzen, aber am beeindruckendsten fand ich die Tarantel, die der Guide mit einem Grashalm aus ihrem Netz lockte...Gaensehaut, Foto und schnell weg.
Alles in allem war der Dschungel ein echt unvergessliches Erlebnis und ich bin total froh, dass ich mich spontan noch dazu entschlossen habe. Danke auch an Flo, der mir die Tour schon vor ein paar Wochen empfohlen hat!

Mit dem Flugzeug wieder zurueck nach La Paz, von wo aus ich langsam aber sicher nach Sueden Richtung Santiago reisen musste. Ein Abstecher an den Titikakasee musste aber sein. DER Ort dafuer in Bolivien ist Copacabana, ein ziemlich touristischer Ort, in dem ich mich trotz des herrlich blauen Sees nicht besonders sicher gefuehlt habe, weil mir so viele Leute erzaehlten, dass ich hier besonders gut auf meine Sachen aufpassen muesse. Das hat meinen Eindruck etwas getruebt, obwohl mir ueberhaupt nichts passiert ist. Schade.
Per Faehre bin ich auf die Isla del Sol und war dort etwas wandern. Diesmal machte mir die Hoehe echt zu schaffen und ich musste es langsam angehen lassen.Man hat aber einen schoenen Blick auf einen Andenauslaeufer - ein bisschen erinnerte mich das an den Bodensee. Ist schon komisch, wenn man bedenkt, dass der See hoeher liegt als alles in Deutschland (3800m ueber NN) und dann erhebt sich die Insel auf ueber 4000m.
Die naechsten zweieinhalb Tage verbrachte ich dann im Bus, was zuerst nicht so geplant war, sich aber jedesmal, wenn ich irgendwo ankam, so ergab. Entweder fuhr gleich im Anschluss ein (Nacht)bus oder der Ort, in dem ich eigentlich uebernachten wollte, war bei Ankunft so neblig, dass ich dort nicht bleiben wollte. Also bin ich mit einer Franzoesin direkt nach Santiago, wo ich seit ein paar Tagen in einem gemuetlichen Hostel wohne und wo endlich einmal Zeit finde, Suedamerika noch einmal Revue passieren zu lassen.
Santiago selbst ist zwar ganz schoen, aber ziemlich laut und versmogt. Also gut, um meinen Blog mal wieder aufzufrischen.
Heute abend geht mein Flugzeug nach Neuseeland, worauf ich mich auch schon ziemlich freue!
Bin gespannt und halte Euch auf dem Laufenden!
Eure Anja

Mittwoch, Juli 20, 2005

hmmmm

irgendwie habe ich geahnt, dass Flo den Fehler als erster entdecken wuerde...
als ich gestern schon in meinem kuschligen Schlafsack lag, da fiels mir bruehend warm ein: hatte der Fahrer nich gesagt, die rosanen Tiere da hinten seinen Flamingos...??? ;-) hab mich dann tatsaechlich nochmal rausgeschlichen, leider war das internetcafe schon zu. war wohl etwas spaet.
eure ornithologin
anja

Salar von Uyuni


Salar von Uyuni
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Ohne Kommentar!

Auf dem Markt


Auf dem Markt
Originally uploaded by Anjaontour.
Ein sehr, sehr typisches Foto fuer Bolivien, das auf dem MArkt in Tupiza entstanden ist:
Die Mama traegt traditionell schwarze Zoepfe und den Hut ; leider sieht man hier den weiten, wadenlangen Rock nicht. Das Kind schnallt sie sich einfach mit dem bunten "Allzweck"tuch auf den Ruecken. Und die kleenen sind doch zuckersuess, oder?!

Bolivien II

Soooo,
es wird wohl mal wieder Zeit fuer ein kleines Update...

Potosi
war eigentlich nur kurze Zwischenstation, weshalb ich die Hauptattraktion, das Bergwerk, nicht besucht habe. Man kommt trotzdem nicht dran vorbei, denn der Berg, in dem sich die Mine befindet, ueberragt die ganze Stadt.
Potosi liegt auf ca. 4000m Hoehe, weshalb im Reisefuehrer geraten wird, es erstmal langsam angehen zu lassen. Irgendwie macht duenne Luft aber durstig und der Frenchy und ich haben uns in einer gemuetlichen (weil beheizten) Bar leckere und billige Caipis reingezischelt, hmmmm! Ausserdem hatten wir ja nun schon ein paar Tage in luftiger Hoehe verbracht, das haertet ab... War ein lustiger Abend; haben noch ein paar Bolivianer/-innen kennengelernt, mit denen wir noch in eine kitschige Disco (mit Kunstblumen und Spiegeln ueberall) weitergezogen sind. Dort habe ich auch gelernt, dass Modern Talking hier immernoch Fans hat. Totgeglaubte leben laenger!

Nach Uyuni
Von Potosi aus nahm ich den Bus nach Uyuni, in dem ich zunaechst etwas skeptisch war, denn das Gepaeck wurde aufs Dach geschnallt...Also versuchte ich, meinen Rucksack mit in den Bus zu nehmen, was aber leicht auffiel, weil der sowieso schon hoffnungslos ueberladen war.
Nach kurzem Gezeter wurde er dann in eine Luke hinten im Bus geschmissen - na also dachte ich, geht doch. In Uyuni angekommen, wurde mir klar, warum kein anderes Gepaeckstueck dort lag: irgendwo unter der Saubschicht musser doch sein...! Man konnte die Farbe nicht mehr erkennen, alles war nur grau. Eine weitere Lektion...

4-Tage-Jeeptour
Uyuni selbst ist merkwuerdig; wie eine Westernstadt mit Bueschen, die ueber die Strasse wehen und trotz der Touristen, die das Oertchen bevoelkern, irgendwie einsam. Alles dreht sich fuer die Touris um die Salzwueste - es gibt zig Jeep-Tour-Anbieter.
Am Mittwoch gings dann los mit acht Mann: dem Fahrer, der Koechin und sechs Passagieren. Mit meinen fuenf "Mitstreitern" , zwei Belgierinnen, zwei Spanierinnen, ein Kroate (besser: halb deutsch, halb kroatisch) hatte ich echt Glueck: wir waren alle ca. im gleichen Alter und verstanden uns bestens.
Am ersten Tag gehts gleich in das riesige Salz"meer", eine Landschaft, die man schwer beschreiben kann, weil mit nichts zu vergleichen. Wenn man sich ihr naehert, faengts am Horizont an zu flimmern und auf einmal ist alles nur noch weiss mit strahlend blauem Himmel dazu. Total unwirklich. Ich war (und bin immernoch, besonders wenn ich die Bilder sehe) total beeindruckt. Mittendrin erheben sich Inseln, die tatsaechlich so aussehen, als wuerden sie sich im Meer befinden. Auf eine kann man auch rauf, wobei das Bild mit den Kakteen entstanden ist. Das erschien mir eigentlich am unwirklichsten, denn waehrend man es eigentlich nicht richtig begreifen kann, wenn man nur weiss, weiss, weiss am Horizont sieht, bemerkt man auf solch einer Insel erst den Kontrast. Schaut man hinunter, sieht alles haargenau aus wie am Strand, nur eben in weiss und ohne Meeresrauschen.
Am zweiten und dritten Tag geht es dann vorbei an wunderschoenen Berglandschaften, Vulkanen, Geysiren und Lagunen in rot, gruen und weiss, wobei man (ohne Wind) an jedem einzelnen Platz schon einen Tag verbringen koennte... Irgendwann hatte ich wohl eine Ueberdosis an Schoenem; da bin ich nur noch aus dem Auto und dachte mir "oh wie schoen", konnte es aber gar nicht mehr so richtig aufnehmen, weil eins besser als das andere war. Im Nachhinein schade, andererseits haette ich auch nicht allzu viel laenger bleiben koennen, weil die Naechte trotz Handschuhe, Muetze, Schlafsack und drei Decken doch bitterkalt waren. Ausserdem hatten wir in unseren Herbergen entweder gar kein Wasser oder nur kaltes, so dass ich vier Tage lang nicht duschte...Aber da wir das alle acht nicht taten und es bei den Geysiren eh nach faulen Eiern roch, war das gar nicht so schlimm ;-)
Am dritten Tag kamen wir dann in einen heftigen Sandsturm. Als wir uns gerade fragten, warum die beiden vorne ihre Haende gegen die Scheibe pressen, platzte mit einem lauten Knall die Windschutzscheibe in tausend Teile. Alle erstmal instinktiv den Kopf auf die Knie, bis der Fahrer gedreht hatte und aus dem Wind gefahren war. Zuerst standen wir so einigermassen ratlos da; dann fiel nach und nach die Scheibe in sich zusammen und es wurde kalt. Nach kurzer Zeit kamen aber andere Jeeps vorbei; wir teilten uns auf und fuhren dort mit. Nach ca. 5 Minuten dann allerdings in dem Jeep genau das gleiche, jetzt fuhren wir aber noch ein paar Kilometer mit unserer geplatzten Scheibe (der Fahrer mit meiner Sonnenbrille, weil wir alle doch etwas Bedenken hatten, dass die Splitter uns gleich um die Ohren / ihm ins Auge fliegen). Irgendwann fuhren wir dann also "vorne ohne" - und ich weiss jetzt auch, warum es Windschutz Scheibe heisst: es war richtig kalt, ca. eine halbe Stunde lang, bis wir zu einer Zwischenstation kamen und der Jeep mit einer Folie praepariert wurde, mit der wir dann noch anderthalb Tage umherfuhren.

Nach La Paz
Am Samstag kamen wir durchgefroren wieder in Uyuni an und ich entschied mich, gleich den Nachtbus nach La Paz zu nehmen und mich dort auszuruhen. Eine der Spanierinnen kam mit und hatte gluecklicherweise auch ihren dicken Schlafsack dabei (ich habe ja nur meinen "Maedchen"schlafsack, der ziemlich duenn - aber dafuer klein und leicht!- ist).
Und wiedermal Kaelte - irgendwann muss sich der Koerper doch mal dran gewoehnen! Die Strasse ist eine einzige Ansammlung von Schlagloechern und wir mussten ueberraschenderweise um 4 Uhr nachts umsteigen- dementsprechend im A... kam ich dann auch in La Paz an. Hab mir dann mal eine teurere Unterkunft gegoennt (8 euro), aber brauchte dann doch mal mein eigenes Zimmer und gaaanz viel Schlaf!

In La Paz
Jetzt bin ich seit drei Tagen hier und habe das Gefuehl, man braucht eine Ewigkeit, um die Stadt richtig kennenzulernen. Die Unterschiede zwischen arm und reich sind unglaublich; hier sitzt die Mama mit ihrem Kleinkind auf einem Karton und verkauft Saft aus einem Eimer, dort laufen die Businessmenschen in ihren Anzuegen und lassen sich von den maskierten Schuhputzjungen die Slipper blankreiben.
Und natuerlich Maerkte, Maerkte wohin man schaut, man kann ALLES auf der Strasse kaufen, von der Autobatterie bis zum Badewannenstoepsel.
Heute war ich in El Alto: La Paz und El Alto scheinen fuer mich wie eine Stadt - La Paz im Tal, El Alto als "Ghetto" am Berghang. Das bedeutet natuerlich auch, dass man von El Alto einen wunderbaren Blick auf die ganze Stadt hat. Als ich dort oben stand und gerade so den Anblick genoss, lagen wie so oft inLa Paz schoenes und haessliches beieinander - unter mir auf der Strasse erstickte jemand gerade (s?)einen Hund mit einer Plastiktuete und zwei Leute standen dabei und haben zugeguckt. Das hat mich doch heute noch ganz schoen beschaeftigt.

Ich werde heute auch wieder ein paar Bilder reinstellen, weil dann die meisten Kommentare kommen ;-) Bei Flickr sind noch mehr drin, also einfach wieder den Link "noch mehr Fotos" rechts anklicken.
Ein Galgenraetsel bleibt diesmal leider aus, da Michi beim letzten Mal den Hauptpreis, eine einmonatige Reise nach Neuseeland, abgesahnt hat. Jetzt fallen mir keine guten Preise mehr ein...
Seid gegruesst,
Anja

Samstag, Juli 09, 2005

Bolivien I

Ein kleines Update - was bisher geschah (aufgrund von "Magenproblemen" - ihr wisst schon, was ich meine - muss ich gerade unfreiwillig ein Paeuschen einlegen - und habe ein Internetcafe mit Toilette gefunden. Und zum Glueck habe ich ja meine nuetzlichen Toilettensitz-Auflagen dabei - danke nochmal maedls! ;-)):

Quilmes
Wie schon auf dem Foto zu sehen, sind die Ruinen der Inkastadt sehr schoen anzuschauen, weshalb ich auch dachte, dass es eine Touristenattraktion und somit kein Problem ist, dahinzukommen. Also bin ich von Tafi del Valle, einem kleinen, gemuetlichen Oertchen in den Bergen, mit dem Bus los Richtung Cafayate mit Zwischenstopp Quilmes. Laut meinen Infos, wuerde es kein Problem sein, dort auszusteigen und nachmittags einen Bus weiter nach Cafayate zu nehmen.
Also wartete ich im Bus gespannt darauf, dass die Haelfte der Leute aussteigt, weil doch ALLE nach Quilmes wollen...Als sich im Bus alles nach Einheimischen aussah und anhoerte, wurde ich schon etwas stutzig. Naja, in Argentinien sind ja grad Winterferien.
Irgendwann hielt der Bus dann und der Busfahrer forderte mich auf, jetzt auszusteigen. Warum denn nur mich mit Zeigefinger? Und warum sind keine Haeuser oder wenigstens eine kleine Kneipe an der Strasse, wo ich meinen Rucksack abstellen kann?
Irgendwie konnte sich der Busfahrer auch ein Grinsen nicht verkneifen, als er mir mein Gepaeck in die Hand drueckte und mir mit dem Finger in den Staub auf dem Bus schrieb, wann der naechste Bus vorbeikommt: 19.30 Uhr, wenn es in den Bergen schon dunkel und kalt ist. Und zu den Ruinen sinds auch noch 5 km.
Nach einem kurzen Verzweiflungs- und Selbstmitleidsmoment dachte ich mir, da musste jetzt durch und stiefelte in der Mittagssonne los. Als ich kurz absetzte um zu trinken, war das echt schon ein bisschen unheimlich, weil kein einziges Geraeusch zu hoeren war, nicht mal ein Vogel oder eine Grille.. Also schnell weiter.
Als ich endlich am Berg ankam, waren da tatsaechlich Menschen und ein Restaurant und ein Hotel (mit Swimmingpool!) und ich war heilfroh, ein Tourist zu sein. Ich traf dann auch noch einen Hollaender, der mit dem Taxi von Cafayate gekommen und dahin wieder zurueck wollte. Also bin ich da mit und alles war halb so schlimm. Aber ein praegendes Erlebnis...!

Salta
Von Cafayate aus bin ich dann nach Salta, einer relativ grossen Stadt im Norden argentiniens. Dort hatte ich fuer Samstag den "Zug in die Wolken" gebucht, der bis auf 4000m Hoehe faehrt und dort ueber ein Viadukt, ziemlich beeindruckend. Man haette fast die gleiche Strecke auch mit einer Art Jeep zuruecklegen koennen, aber irgendwie hatte ich vom Busfahren gerade genug und der Zug hat mich irgendwie mehr gereizt (hab ich wohl von meinem Papa ;-). Die Landschaft war wunderschoen - nur leider ist die ganze Fahrt (15 Stunden!) ziemlicher Touri-Fang mit Folklore-Band usw. Wenn auf der Seite, wo ich sass, etwas schoenes zu sehen war, sind einem alle fast auf den Schoss gehuepft. So schnell kann sich also das Verlangen aendern, ein "Allerwelts"-Tourist sein zu wollen ;-)
Was ganz interessant war, war dass alle anderen Argentinier waren (die wie gesagt grad Winterferien haben)und man sie dadurch doch bei ihren alltaeglichen Ritualen (Mate-Tee...) beobachten konnte. Und alle haben sich auch ganz ruehrend um die Deutsche, die nicht richtig spanisch kann, gekuemmert. Leider wollte ich nach zwei Stunden einfach nur noch meine Ruhe haben...
Zum Schluss dann auch noch etwas, was irgendwie haengengeblieben ist: alle mussten die Metalljalousien runterziehen - durchgesagt wurde "aus Sicherheitsgruenden". Ich fragte einen Zugbegleiter warum und er meinte mit dem froehlichen Grinsen von eh und je, dass in den Vororten von Salta von den Einheimischen doch schon mal Steine auf den Zug geworfen werden. Als es dann tatsaechlich ein paar mal polterte, war ich von meinem Ausflug noch weniger ueberzeugt als vorher.

Nach Bolivien
Im Hostel in Salta lernte ich ein Grueppchen von netten Leuten kennen, die alle nach Norden Richtung Bolivien wollten und mich davon ueberzeugten, mitzukommen. Wie das dann immer so is, aendern sich die Plaene schnell und ein paar Leute sind unterwegs "abgebogen". Ich bin mit einem Franzosen (Olivier) alleine weiter, weil ich jetzt auf jeden Fall ueber die Grenze wollte. (Keine Sorge, alles ok mit Michi ;-) Der hat Suedamerika schon mit dem Fahrrad durchquert und ist dadurch ziemlich routiniert, was z.b. den Grenzuebertritt angeht. Anfangs war das auch wirklich sehr hilfreich, momentan habe ich manchmal das Gefuehl, dass es manchmal in Klugscheisserei ausartet...Ist ja auch kein Wunder, wenn man ploetzlich den groessten Teil des Tages mit jemandem verbringt, den man eigentlich gar nicht kennt.
Von Bolivien bin ich total fasziniert. Waehrend Argentinien ja wie beschrieben oft an Europa erinnert, ist es hier so voellig anders. Keine asphaltierten Strassen (was das Busfahren doch etwas muehselig macht), die aelteren Frauen fast nur in traditioneller, bunter Kleidung mit schwarzem Hut und geflochtenen Zoepfen, ganz viele Kinder und Hunde. Das Leben spielt sich auf der Strasse ab, was alles natuerlich noch viel interessanter macht. Ich sass hier in Tupiza zwei Tage lang nur an der Strasse und habe die Leute beobachtet - im Nachhinein bin ich ganz froh, dass ich in Argentinien angefangen und mich dann langsam nach Norden "hochgearbeitet" habe - ansonsten waere ein kleiner bis groesserer Kulturschock wohl nicht ausgeblieben.
Gestern haben wir eine Wanderung hier in die Berge gemacht,, was wegen der Hoehe etwas anstrengend aber wunderbar war: Berge in allen moeglichen Formen und Farben - meistens rot, was beim Sonnenuntergang natuerlich noch besser aussah. Zum Schluss noch in einer Schlucht rumgekraxelt, in der es sogar Wasser gab - ansonsten erinnert hier doch alles eher an Wueste auf 3000m Hoehe - Tupiza liegt im Altiplano, einem relativ flachen Gebiet in den hoeheren Lagen der Anden.
Jetzt ist es aber Zeit, mit dem Bus weiterzufahren nach Potosi - d.h. waere es heute schon gewesen, aber leider kommt mir wie gesagt seit heute nacht die Spr..wu... (kleines Galgenraetsel fuer Kenner;-) dazwischen, weshalb ich mir acht Stunden Busfahrt heute nicht antun wollte. Olivier hats auch erwischt - geteiltes Leid ist halbes Leid.
Mal sehen, obs morgen klappt, so langsam krieg ich Hummeln im Hintern - im wahrsten Sinne des Wortes...!

Also ihr lieben, seid ganz doll gedrueckt, freu mich nach wie vor ueber eure Comments und mails!
Bilder folgen mal wieder "etwas" zeitversetzt!
Das Schweizer Messer ist uebrigens Gold wert; hier eine kleine Liste der bisher geleisteten Dienste: Naegelschneiden, Oeffnen von Weinflaschen, Oeffnen der Toilettensitzabdeckungstuete, Schneiden von Verbandszeug (nicht fuer mich!) und Angeben vor Zimmergenossen - fehlt nur noch des Latzhoesli, gell Marcel?! Danke nochmal dafuer!

Liebe Gruesse,
Anja

Donnerstag, Juli 07, 2005

Paraglyding


Paraglyding
Originally uploaded by Anjaontour.
Dieses Foto hat mich ganz schoen Mut gekostet, weil ich mich waehrend des Flugs vornueber beugen musste. Es existiert auch ein gutes vom Piloten und mir waehrend des Flugs, aber leider konnte ich nicht so viele Bilder hochladen.

Noch mehr Bilder könnt ihr euch übrigens unter http://www.flickr.com/photos/13104961@N00/
ansehen. Ich habe auf der rechten Seite des Blogs auch noch unter "noch mehr FOTOS" einen Link auf diese Seite gesetzt.

Quilmes


Quilmes
Originally uploaded by Anjaontour.
Im Vordergrund die Ruinen der alten Inkastadt Quilmes, im Hintergrund der endlose Weg, den ich mitsamt meiner Sachen zuruecklegen musste...Ich dachte, ich waere im Niemandsland und habe mich noch nie so gefreut, Menschen zu sehen. Und wenn man genau hinschaut, kann man links sogar einen Swimmingpool erkennen, der zum Hotel gehoert. Danke Zivilisation! ;-)

Weinprobe


Weinprobe
Originally uploaded by Anjaontour.
Eugenia (die Freundin eines der Hostelbesitzer, auch auf dem Mate-tee Foto zu sehen) oeffnet eine Flasche Wein zur Verkostung. Diese Weinprobe war die beste, schon allein wegen der Kulisse. Wir waren bei drei Weinguetern; der Wein hat ueberall fantastisch geschmeckt...